Über Kannibalismus quatschen…

An einem Abend saß ich mit einem bekannten Freund und plötzlich sind wir auf ein Thema gekommen: warum dürfen wir keinen Menschenfleisch essen?

Darüber haben wir nicht nur unsere Meinungen ausgetauscht, sondern auch andere Perspektiven, die uns gar nicht gehören.

Eine Perspektive meinte, dass es die Ruhe am Friedhof belastet, wenn die Graben wieder gegraben werden müssen. Dieses Argument halte ich für schwach, weil man nicht immer graben muss, um einen Menschenfleisch zu essen: man kann auch den frisch gestorbenen Mensch, der noch nicht begraben wurde, “bestellen” und dann braten lassen. So wird doch kein Friedhof belastet.

Das erste Mal habe ich gehört, dass es in Deutschland Mal passiert ist, dass obwohl das Fressen eines Menschenfleisches unter Absprache zwischen dem Toten und dem Esser war, stand der Esser trotzdem vor Gericht. Ich meinte nur, “wo ist die Freiheit?”

Natürlich wäre es was anderes, wenn ein Mensch jemand anderen tötet, um deren Fleisch zu schmecken. Das belastet den Menschenrecht zu leben, keine Frage.

Eine Perspektive aus dem kulturell geprägten Gebiet ist, die Tote soll von dem Angehörigen gegessen werden, damit die Seele der Tote für immer bei den Angehörigen lebendig bleibt = ein netten Grund, kann aber bisher nicht Deutschland überzeugen, um das Menschenfressenrecht zu gründen.

Eine religiöse Sichtweise habe ich geäußert (na ja, ich würde sagen die traditionell religiöse Sichtweise), und zwar ein Mensch sollte mit vollständigen Körperteile gegraben werden, weil er in Vollkommenheit zu Gott zurückkehren müsste = diese Meinung soll respektiert werden. Aber ich glaube nicht, dass Deutschland aus diesem Grund aus das Kannibalismus verbietet. Denn viele Werte und Konzepte in Deutschland stehen gegen religiöse Sichtweise.

Schließlich waren wir am Ende unserer Überlegung, und waren nur auf das Ergebnis gekommen, dass es doch nett gemeint sein könnte, unser Fleisch und Körperteile zur Nutze anderen Menschen zu bereiten… um die arme Leute zu speisen… um die Menschen durch unseren Fleisch zu sättigen.


 

Auf dem Weg nach Hause hat das Quatschen über Kannibalismus mich die ganze Zeit Unruhe zubereitet: warum sollte Deutschland Kannibalismus nicht erlauben, obwohl es viele andere “umstrittene” Dinge erlaubt hat? Steht Deutschland nicht für Freiheit, wenn jemand doch seinen eigenen Fleisch freiwillig verkauft oder zum Essen spendet? Auch wenn es nicht jeder machen würde, können aber trotzdem ein paar Menschen in Deutschland darauf gekommen sein.

Vom meinem schlichten Schreibtisch habe ich ungewollt vorgestellt, wie es sein wäre, wenn ich den Fleisch meiner tote Mitbewohnerin esse, unter ihr Erlaubnis. Was kommt daraus?

Plötzlich kommt ein Gespräch zwischen Ich und Mir selbst, die ich so beschreiben werde:

Mir: sie wird halt nicht nur seelisch nicht mehr auf der Erde sein, sondern auch körperlich.

Ich: was wird dann wenn sie körperlich auch nicht mehr auf der Erde ist?

Mir: na ja, vielleicht geht es ihre Seele im Himmel auch immer noch gut. Aber es wird vielleicht für die Eltern nicht so leicht, den Körper ihrer Tochter nicht unter dem Graben zu haben. Es war schon immer eine Gewöhnheit, dass die Tote unter der Erde liegen, damit die Menschen die sie lieben sie immer noch “besuchen” können.

Ich: warum müssen die liebenden Menschen die Tote besuchen?

Mir: na ja, wenn sie damals schöne Erfahrung mit ihr gemacht hat, will man auch Mal die Erfahrung wieder erinnern. Oder einflussreiche tote Menschen auf der Erde wurden oft auch besucht, um seine gute Ideale und gute Tat zu erinnern und die lebenden Menschen inspirieren. Das Besuch am Friedhof ist ein Mittel zur Erinnerung, das bei den meisten Leute sehr hilfreich sein könnte. Es ist einen reinen psychologischen Aspekt. Ein ganz rationalen Mensch kann auch ohne Friedhof jemanden in Erinnerung behalten. Aber wir müssen es wahrhaben wollen, dass nicht jeder Mensch auf einem Land sehr rational ist.

Ich: weil nicht jeder Mensch rational ist, darf man in einem Land auf keinen Fall den Fleisch einer Tote essen?

Mir: na ja, sonst gibt es  in der Gesellschaft Dualität. Ich kann nicht vorstellen, wenn in einem Land immer Ausnahmefall zugelassen wird. aber…. (verzweifelt)

Ich: du bist noch nicht fertig mit der Überlegung. Überleg Mal anderen Grund, warum es verboten ist. Vielleicht findest du keins…

Mir: (denkt nach im Stillen)… wenn ich einen Mensch bin, der Menschenfleisch isst, dann kann ich Hunger auf Menschenfleisch haben.

Ich: na und?

Mir: ich habe ein paar Male erlebt, wie ich auf Hühnerfleisch hungrig war. Ich habe extra Dönerladen gesucht, um endlich den Hühnerfleisch zu finden. Sehr stark war mein Appetit, sodass ich es nicht aushalten konnte.

Ich: na und, wir reden doch nicht über Hühnerfleisch…

Mir: genau deswegen. Wenn ich ein Mal Menschenfleisch ausprobiere, und es mir schmeckt, besteht die Möglichkeit, dass ich weiter Hunger auf Menschenfleisch habe. Und genau sowie ich Hunger auf Hühnerfleisch habe, würde ich auch einen Laden suchen, wo Menschenfleisch verkauft wird.

Ich: na ja, wo liegt das Umstand?

Mir: das Umstand liegt darin, dass ich Menschen jeden Tag sehe. Wenn ich ein Mal den Menschenfleisch ausprobiert habe, werde ich in meiner schwachen Zeit vielleicht meinen eigenen Kollegen als “Lieblingsessen” betrachten. Oder meinen eigenen Freund. Oder meine Eltern und meine Geschwister…

Ich: Betrachten ist Betrachten. Solange es keine Handlung gibt, die dazu führt, es doch alles ok. Es tut sich nicht not, es zu verbieten.

naturallabs.de

Mir: genau dort liegt die Schwäche! Menschen sind ja mega unterschiedlich. Jeder hat seinen eigenen Kopf und wir wissen nicht untereinander, was gerade in jemand anderen Kopf so läuft. Wenn wir im Bahn jemanden gegenüber sitzen, wissen wir nicht, was er vor hat. Vielleicht denkt er, “Ouuuu, dieses Mädchen sieht lecker aus!”. Das Einfall kann ihn dazu führen, die Handlung wahr zu  leisten: er tötet das Mädchen und serviert es auf seinem Tisch zu Hause. Oh Nein!

Ich: das ist Übertreibung, weil der Fall viel mit dem Töten zu tun hat. Es ist nicht unser Thema, über das Töten zu sprechen. Sondern, warum wir keine Kannibalen sein dürfen.

Mir: ja, das Töten kann aus unterschiedlichen Gründen kommen. Heutzutage passiert ganz viele Mord wegen Eifersucht, wegen Geld, wegen Rache, was man auch immer denken kann. Und irgendwann, wenn jeder Mensch Mal Menschenfleisch ausprobiert hat, könnte der Grund von einem Mord das Hunger auf Menschenfleisch sein. Anders als jetzt, wo man nicht darauf gekommen ist, anderen Menschen zu essen, weil wir es als Tabu nennen.

Ich: ja, wenn es noch Tabu ist, dann soll man das enttabuisieren. oder?

Mir: Enttabuisierung ist gut, aber nicht bei allem Fall. Denn, eine Partei oder eine Gruppe von Beamter können das Risiko von einem Gesetz nicht immer kontrollieren. In diesem Fall würde ich lieber das Fressen eines Mensches als Tabu weiter betrachten, anstatt nachher neue Probleme haben, die gar nicht nötig sind.

Ich: (bleibt still bis jetzt, versucht immer noch zu widerstehen)…

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s